© Saarland | Wolfgang Tauchert
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Typ­isch Saar­land

Wissenswertes über das kleinste Bundesland

Das Saarland ist das kleinste unter den deutschen Bundesländern – und es wird leider sehr häufig unterschätzt. Jedoch gibt es Vieles, was es auszeichnet und einzigartig macht – typisch Saarland eben!

1.038K Views 27.06.2016

Wer hierher kommt, erfährt zunächst dies: Der Saarländer ist nicht gerne alleine, er ist offen, gesellig und freundlich gegenüber Besuchern. Die saarländische Willkommenskultur entfaltet sich am besten bei gemeinsamen Festen und Freizeitaktivitäten. Eine beeindruckende Dichte an Vereinen und Verbänden bietet hierfür Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, sei es in der freiwilligen Feuerwehr, im Kulturverein oder in einem der zahlreichen Chöre.
Sportvereine nehmen zahlenmäßig den größten Raum ein. Rund ein Drittel aller Saarländer engagiert sich aktiv im Breitensport. In den Clubs beginnen die Trainings bereits im frühen Kindesalter, binden Eltern und Senioren mit ein. Die Region zu erkunden, macht am meisten Spaß in der Gruppe – bei Outdoor-Aktivitäten wie dem Wandern, Radfahren und Surfen. Willkommen in der Gemeinschaft.
Auch die Saar wird zum Austragungsort von Festen: Das Saar-Spektakel in Saarbrücken, das Hafenfest in Merzig und das Saarfest in Völklingen verwandeln den Fluss im Sommer in eine Bühne. Und beim Besuch einer der zahlreichen kleinen Dorf-, Angler- oder Vereinsfeste tauchen Besucher ganz unmittelbar in das gesellige Miteinander einer bunten, altersgemischten Festgemeinde ein. Am langen Tisch werden erste Kontakte geknüpft, Einheimische und Zugezogene kommen sich näher – hier beginnen kleine Freundschaften.
Großes entsteht eben immer im Kleinen.
Wer hier lebt, profitiert von einem sozialen Beziehungsnetz, das über Jahre gewachsen ist und an nachfolgende Generationen weitergegeben wird. Eine lebendige Vereinskultur, eine verlässliche Nachbarschaftshilfe und eine traditionell große Offenheit gegenüber Neubürgern machen es jedem leicht, hier schnell heimisch zu werden. Dableiben ist deshalb ausdrücklich erwünscht!

Das Saarland
https://www.youtube.com/watch?v=qrB44xxS0Hg&t=2s

Saarländisch

Eins vorweg: 'Die saarländische Mundart' gibt es nicht. Sie können saarländisch essen oder ins Saarland fahren. Es gibt keinen einheitlichen saarländischen Dialekt. Das Saarland spricht nämlich mehrere Mundarten.
Es ist einerseits das Moselfränkische, welches durch die berühmte europäische Sprachgrenze, die das-dat-Linie von dem Rheinfränkischen getrennt wird. Diese Grenze geht quer durchs Land, ihr Verlauf konnte früher in Dörfern und bis in Straßenbereiche hinein festgelegt werden. Diese Sprachgrenze läuft nördlich von Saarbrücken an der alten Grafschaftsgrenze entlang, das Köllertal hinauf in die Tholeyer Gegend zur mittleren Nahe und erreicht bei Boppard den Rhein. Heute ist es durch die Mobilität der Bevölkerung dazu gekommen, dass die Trennungslinie nicht mehr so scharf gezogen werden kann. Man spricht im Bereich der Sprachgrenze eher von einem sprachlichen Vibrationsraum, einem Gebiet also, wo sich Wörter und Ausdrucksweise angleichen, überlappen, verbinden, verbünden. Es sind also mindestens zwei Sprachlandschaften, eventuell sogar drei, die das Saarland prägen.

Die Sprachgrenze hat aber nicht nur trennende, sondern auch verbindende Elemente. So wird das Moselfränkische des Saarlouiser Raumes auch im grenznahen Lothringen noch gesprochen, das Westpfälzische reicht in den Raum des östlichen Saarlandes hinein. Man wird wohl nicht umhinkommen, der Gegend um Saarbrücken eine eigene Sprachqualität in der Bezeichnung "Saarbrigger Platt" zuzubilligen, also eine Ausformung des Rheinfränkischen, das in seiner Sprachverwandtschaft weit ins Reich hineinreicht. Die Sprachgrenze der das/dat-Linie ist über Jahrhunderte entstanden. Sie könnte erheblich beeinflusst worden sein durch politische, kirchliche und gesellschaftliche Bedingungen, in jedem Fall ist sie viel älter und konsistenter als manche politische Grenze unserer Region.

2015 lebten rund

992.400

Menschen im Saarland.

Das macht es hinsichtlich der Einwohnerzahl zum zweitkleinsten Bundesland nach Bremen.

Einfach prima das Klima

Natur pur und Sonne satt: Im Jahresmittel 2014 verzeichnete die Wetterstatistik überdurchschnittlichhohe Temperaturen. Das Saarland lag dabei mit einer Durchschnittstemperatur von 10,8 °C auf Platz fünf der wärmsten Regionen Deutschlands. Diese klimatischen Bedingungen haben dazu beigetragen, dass vom Saargau bis zum Bliesgau, vom dicht besiedelten Großraum in Saarbrücken bis ins ländlich geprägte Nordsaarland eine vielfältige Naturlandschaft mit großer Artenvielfalt entstanden ist.
Mehr als 10 Prozent der Landesfläche entsprechen den Natura-2000-Kriterien der EU für biologische Vielfalt. Als Musterbeispiel für Biodiversität und nachhaltigen Tourismus entstand 2015 der grenzübergreifende Nationalpark Hunsrück-Hochwald, der sowohl aus saarländischen wie auch aus rheinland-pfälzischen Gebietsanteilen besteht. Schon jetzt gilt der Bliesgau als Geheimtipp – mit dem UNESCO-Biosphärenreservat im Südosten des Landes.
Und wo ein Fluss als Namensgeber des Landes auftritt, muss Wasser die Menschen
magisch anziehen. Ob beim Hausbooturlaub auf der Saar mit Kurs auf Frankreich oder bei Ausflügen an den Bostalsee, dem größten Freizeitsee im Südwesten. Seit 2013 steht hier auch Deutschlands derzeit jüngste CenterParcs-Anlage, der Ferienpark Bostalsee: Seeblick, Sandstrand und tropisches Schwimmparadies inklusive.

Wanderlust trifft Freizeitliebe

Aktiv im Grünen: Naturbelassene Wald- und Wiesenpfade machen das Wandern im Saarland zu einem besonderen Naturerlebnis – noch mehr dank lückenloser Beschilderung. Das engmaschige Netz an Premiumwanderwegen sucht seinesgleichen in anderen Bundesländern. Der Saar-Hunsrück-Steig wurde als schönster Fernwanderweg 2009 gekürt und im April 2015 in Orscholz der erste Premium-Spazierwanderweg Deutschlands eröffnet. Auch für Radfahrer gibt es ein perfektes Angebot: von familienfreundlichen Strecken entlang der Flusstäler, Grenzgängertouren nach Frankreich und Luxemburg bis hin zu schweißtreibenden Anstiegen auf die Hunsrückhöhen. Wer sich einfach nur erholen möchte, erlebt in der maurisch-andalusisch anmutenden Saarland Therme Entspannung pur. Frühstück in einer römischen Villa am Morgen, mittags ein Ritterfest, zum Tee aufs Barockschloss und abends Jazz vor den Hochöfen des UNESCO-Weltkulturerbes Völklinger Hütte – im Saarland erlebt man 2.000 Jahre Geschichte an einem einzigen Tag. Die Städte laden außerdem mit ihren Flaniermeilen und Cafés zu ausgedehnten Shoppingtouren ein. Vom Saarland aus sind auch die Nachbarn in Frankreich, Luxemburg oder Belgien für einen Ausflug schnell zu erreichen.

Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl

Wer auf kulinarische Entdeckungsreise geht, wird in der Genussregion überall fündig:
Kaum irgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele Genies am Herd und Genießer zu Tisch. Mehrere Sterne im Guide Michelin und Kochmützen im Gault&Millau beweisen es: Bei der Vielfalt an regionalen Gerichten läuft Genießern schnell das Wasser im Munde zusammen. Traditionsreiche Biere, die als „Viez“ bekannten Apfelweine aus dem Nordsaarland und exzellente Moselweine aus Perl füllen die Gläser. Südländische und exotische Restaurants bereichern die örtliche Gastronomie um internationales Flair. Verarbeitet und serviert wird, was die Landschaft hergibt. Auf vielen Tellern sind zudem die delikaten Einflüsse des benachbarten Frankreichs zu spüren.

Gott lenkt, der Saarländer schwenkt

Der Schwenker gehört ins Saarland wie die Saarschleife. Vielleicht kommt dem Wort „Schwenker“ gerade deshalb gleich eine dreifache Bedeutung zu: Unter einem Schwenker versteht der Saarländer den dreibeinigen Schwenkgrill, gleichzeitig wird aber auch das Fleisch selbst als Schwenker bezeichnet. Nicht zu vernachlässigen: Auch die Person, die das Fleisch grillt, nennt man Schwenker. Saarländer kommen bei fast jedem Wetter zusammen und fröhnen in geselliger Runde ihrer Leidenschaft.

 

 

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