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Bitkom-Keynote

Wir müssen in Zukunft in der digitalen Championsleague spielen

Thorsten Dirks, Präsident des Branchenverbandes Bitkom e.V., über die German Hub-Initiative.

291 Views 17.11.2016

Gleich zu Beginn hebte Herr Dirks die besondere Bedeutung des diesjährigen Gipfels hervor. Er wies darauf hin, dass der IT-Gipfel maßgeblich die Zukunft Deutschlands in der digitalen Welt bestimmen werde. 

Bereits viele Initiativen wurden in den vergangenen Jahren von hier gestartet, z.B. die Breitbandinitiative. 96% der deutschen Bevölkerung haben heute Zugang zu Breitbandtechnologie. 2018 werde das Ziel erreicht, 50 MBit/s für jeden Haushalt in Deutschland anzubieten. Um dieses Ziel zu erreichen, werden rund 8 Mrd. EUR allein in diesem Jahr investiert. Gleichzeitig mahnte Dirks, dass der Bund in Zukunft weiter mit investiere, um insbesondere auch ländlichen Regionen einen Zugang zum schnellen Internet zu ermöglichen.

Dirks stellte klar, dass Deutschland den Weg in die Gigabit-Gesellschaft gehen muss. Nur so könne das für Deutschland so wichtige industrielle Internet mit verlässlichen Bandbreiten und sicheren Zugängen umgesetzt werden. Dirks verdeutlichte die ambitionierten Ziele: das Konsumenteninternet der Zukunft wird nicht nur 82 Millionen Menschen untereinander vernetzen, sondern auch Milliarden von Maschinen. Die Anzahl an vernetzten Einheiten wird weit über die Anzahl von vernetzten Menschen hinaus gehen. Daher müssen Staat und Wirtschaft noch mehr an einem Strang ziehen, um die GB-Infrastruktur in Deutschland möglich zu machen.

Dirks rief den Teilnehmern nochmal den 1. Nationalen IT-Gipfel vor 10 Jahren in Erinnerung. Ohne Smartphone, ohne Uber, ohne Snapchat, Twitter oder Facebook waren gerade erst gegründet. Er prognostizierte Veränderungen in der kommenden Dekade, die weit über die vergangenen hinausgehen würden. Lenken wir unser Auto noch selbst? Zahlen wir noch mit Bargeld? Wird die Zeitung morgens noch auf Papier gedruckt? Werden unsere Kinder und Enkel sich noch über Schulbücher beugen, die noch auf Papier gedruckt sind? 

Dirks erklärte, dass die Gesellschaft diese Veränderung durchlaufen wird, nicht weil sie es muss, sondern weil sie es will. Weil die Menschen individuelle Bildungsangebote haben wollen, weil sie medizinisch versorgt werden, weil sie autonom leben und ressourcenschonender leben wollen.

Dirks stellte klar, dass die digitale Souveränität Deutschlands und digitale Teilhabe entscheidend sein werde für den Wohlstand in Deutschland. Mit den diesjährigen Schwerpunkten Digitale Bildung und Digitale Transformation werden hierzu die zwei entscheidenden Themen miteinander kombiniert. Mit den 5 Mrd. an Bundesförderung im Rahmen des Digitalpakts setze die Regierung an der richtigen Stelle an.

Dirks hebte die Bedeutung hervor, Schulen zu fördern und zu fordern. Als Beispiel nannte er die zwei saarländischen Projekte Bellevue und Wendalinum, die vom Branchenverband Bitkom im Rahmen von Pilotprojekten aktiv unterstützt werden. Ohne didaktische Schulungsangebote hätte es für die beiden Schulen keine Unterstützung gegeben. Man müsse den Menschen die Welt von morgen erklären. Das gälte ebenso für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit auf den Weg der digitalen Transformation nehmen müssten. Und eben auch für Schulen. Diese hätten die Pflicht, ihre Lehrer für die bevorstehende digitale Transformation des Unterrichts zu gewinnen.

Dirks forderte, dass Deutschland in Zukunft in der digitalen Championsleague spielen muss. Er wies auf die Notwendigkeit einer neuen Balance zwischen Datenschutz und neuen digitalen Entwicklungen hin.

Zum Abschluss forderte er neben der Bereitschaft, das eigene Geschäftsmodell ständig neu zu denken, den Aufbau von digitalen Hubs - Orte an denen sich die Digitale Welt rund um Leitindustrien und -partner versammelt. An solchen Orten sollen Forscher, Industrie, Start-Ups und Financiers zusammen kommen. Dies brauche einen nationalen Kraftakt, eine Bündelung aller Kräfte. Im Rahmen der nationalen Digital Hub Initiative (de:hub) würden derzeit in den Pilotstädten Dortmund, Frankfurt, Hamburg, München und Berlin der Aufbau solcher Hubs vorbereitet.