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Vorwort

Universitätspräsident Volker Linneweber über den IT-Gipfel

Wenn im November die Informatik-Branche ins Saarland kommt, hat sie sich nicht weniger als einen ihrer Geburtsorte als Austragungsort des nationalen IT-Gipfels auserkoren. 1969, als an vielen Universitäten die „Datenverarbeitung“ noch ein Anhängsel der Ingenieurwissenschaften war, nahm Günter Hotz in Saarbrücken seine Arbeit als einer der ersten Informatik-Professoren Deutschlands auf. Bereits ein Jahr später bot die Universität einen eigenständigen Studiengang an. Damit zählte die Saar-Uni zu den ersten Hochschulen in Deutschland, die frühzeitig die Bedeutung der Computerwissenschaft erkannten. 

855 Views 24.08.2016

Heute deckt die Saar-Uni wie kaum eine andere Universität in Deutschland die ganze Bandbreite der Informatikforschung ab: von Computergrafik und Kryptographie über Softwaretechnik und Sicherheit bis hin zur Sprachtechnologie und Künstlichen Intelligenz.  Die Professoren, die in den Anfangsjahren von Günter Hotz berufen wurden, blieben dem Saarland treu und haben ihre eigene Erfolgsgeschichte geschrieben. Kurt Mehlhorn wurde 1990 Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Informatik, im gleichen Jahr wurde Reinhard Wilhelm zum wissenschaftlichen Direktor des heutigen Leibniz-Zentrums für Informatik in Schloss Dagstuhl ernannt. 2004 kam das Max- Planck-Institut für Softwaresysteme hinzu. Wolfgang Wahlster gründete 1988 das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). August-Wilhelm Scheer gründete in Saarbrücken seinen IT-Konzern IDS Scheer. Auf dem Uni-Campus haben zudem das Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit (Cispa), das Intel Visual Computing Institute und zahlreiche IT-Firmen weltweite Anziehungskraft entwickelt. Saarbrücken ist außerdem der einzige Standort in Deutschland, der für ein informatikzentriertes Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule von der Exzellenzinitiative des Bundes gefördert wird.

Auch wirtschaftlich ist der Informatik-Standort Saarland von großer Bedeutung. Zahlreiche Start-ups, die aus der universitären Informatik entstanden sind, haben sich inzwischen zu veritablen mittelständischen IT-Unternehmen gemausert und sorgen für Hightech-Arbeitsplätze in der Region. Dieser Erfolg ist auch den ausgezeichneten Fördermöglichkeiten gedankt, die junge Firmen in Anspruch nehmen können, beispielsweise über das Starterzentrum der Universität, den „IT Inkubator“, in dem neue Ideen „ausgebrütet“ werden, und die Initiative saar.is. 

Dass die Informatik von der Nischenforschung zu Zeiten von Günter Hotz zur viele Bereiche verbindenden Wissenschaft geworden ist, dokumentiert auch der „Tag der Digitalen Bildung für alle“, der am 16. November begleitend zum IT-Gipfel stattfindet. Für jedermann zugänglich diskutieren hier Lehrende und Lernende die Chancen und Risiken digitaler Medien für die Bildung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprechen hier zum Beispiel darüber, wie Smartphones, Tabletcomputer und Anwendungen wie Soziale Netzwerke sinnvoll für Bildungsaufgaben verwendet werden können. 

Wie sehr die Entwicklungen der Informationstechnologie auch vom Saarland aus beeinflusst werden, können die IT-Profis im November erleben. Ich bin mir sicher, sie werden von der Entwicklung in unserem Land sehr beeindruckt sein.

Ihr Universitätspräsident Volker Linneweber

 

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Universitätspräsident Prof. Dr. Volker Linneweber

Linneweber studierte Psychologie, Soziologie und Pädagogik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (Westfalen), wo er 1982 auch über das Thema „Aggressive Interaktionen“ promovierte. Im Jahr 1991 folgte seine Habilitation an der Universität des Saarlandes mit dem Thema „Interpersonale Konflikte im Alltag“. An der Universität des Saarlandes ist Linneweber seit 1. November 2006 Universitätspräsident. Er ist Vertreter des Faches Psychologie in den Wissenschaftlichen Beiräten diverser wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen und Umwelt-Institute. Des Weiteren ist er Mitherausgeber der Reihen “Psychologie - Forschung - aktuell” bei Beltz, (Weinheim), “Umweltnatur- und Umweltsozialwissenschaften” bei Springer (Heidelberg) sowie im Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift “Umweltpsychologie”.