Startseite > IT-Gipfel
Rede der Kanzlerin

IT made in Germany

In der Keynote zum 10. Nationalen IT-Gipfel stellt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel u.a. die Digitale Schule live, sowie den Mini-Computer Calliope vor und zieht Resümee über die positiven Entwicklungen im Saarland vom Kohlebau hin zum Vorreiter für Industrie 4.0.

537 Views 17.11.2016

So viele Kabinettsmitglieder sind mit Angela Merkel nach Saarbrücken gereist, dass sie scherzhaft meint: "Wir könnten fast eine Kabinettssitzung abhalten, wir wären beschlussfähig." Mit diesen Worten eröffnet Merkel die Keynote zum 10. Nationalen IT-Gipfel mit dem Schwerpunktthema: Lernen und Handeln in der digitalen Welt. Dieses Thema prägt laut Merkel nicht nur den IT-Gipfel sondern zunehmend auch maßgeblich unseren Alltag. Es war richtig, dieses Schwerpunktthema zu wählen. Den geäußerte Wunsch einiger Minister, den IT-Gipfel zukünftig in "Digital-Gipfel" umzubenennen, bezeichnet sie als gute Fortentwicklung.  

Wir konnten uns ansehen, wie Kinder in jugendlicher Form lernen. Ich finde es auch wichtig, dass auch Ältere Zugang zur Digitalisierung erhalten. Lebenslanges Lernen ist hier ein wichtiges Element. Die digitale Welt ist ja auch nichts anderes, als die Verschmelzung von Arbeiten und Lernen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Es geht hier um Zugänge zu Wissen, um das Lernen von Morgen. Das zeigt sich an praktischen Beispielen: Wie können wir die Lehrer ausbilden? Hier möchte Merkel sich beim BITKOM für die Bildungsinitiative bedanken. Sie erklärt, dass Bildungsfragen Fragen sind, die in den Kompetenzen der Länder liegen. Das macht sie mitunter sehr kompliziert. Der von Bundesbildungsministerin Wanka gesetzte Punkt ist daher genau richtig. 

"Die Smartschool ist ein hoch spannendes Projekt"

Die Smart School als Pilotprojekt bezeichnet sie als hoch spannend. Hier kann man daraus lernen, wie Schüler mit ihrer Neugier auf das Thema zugehen. Und wie zunehmend auch Lehrer neugierig werden. Sie erkennt weiterhin die schwierige Position der Lehrkräft an, die in diesem Zusammenhang auch ständig Neues Lernen müssen. Daher ist die Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern ein ganz wichtiger Punkt. Merkel freut sich auf die Live-Schaltung zur Bellevue. und bemerkt positiv, dass man als erstes eine Schule ausgewählt hat, die ein breites Bild der Gesellschaft abbildet.

Beispielhafte Entwicklungen im Saarland

Rückblickend erinnert sich Merkel noch an die Entscheidung von Peter Müller, aus der Kohle als erstes Bundesland auszusteigen, gleichzeitig aber auf die Digitalisierung zu setzen. Die Entwicklungen, die sich im Saarland seitdem abzeichnen sind beispielhaft. Zu vermerken sind allein 40 Informatik-Professuren, ein Vorzeige-Campus, ein Inkubator von Start-Ups sowie die Max-Planck Institute. 

Industrie 4.0 als Erfolgskooperation zwischen Politik und Wirtschaft

Merkel lobt die German Hub Initiative; Die Vernetzung in die Welt hinein sei die Grundlage dafür, dass wir nicht isoliert etwas tun, sondern dass wir eingebunden sind in die weltweite Entwicklung. Deutschland habe zwar eine gute Ausgangsposition, sei allerdings weit davon entfertnt eine gute Wettbewerbsposition zu haben. Die Welt ist extrem schnell. Es ist daher extrem wichtig gut mit der Wirtschaft zu kooperieren, was mit der Plattform Industrie 4.0 gut gelungen ist. Die Plattform arbeitet u.a. auch mit Amerika zusammen und es besteht eine realistische Chance hier in der weltweiten Entwicklung mit vorne dabei zu sein.

e-Government

Wenn man ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland auf den disruptiven Prozess vorbereiten wolle, dann sei es wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen. Das betrifft auch das Thema eGovernment. Auch hier werden gemeinsame Anstrengungen unternommen und  gemeinsame IT-Plattformen über die  Ministerien hinweg aufgebaut. Digitalisierung schafft ziemlich gnadenlose Transparenz. Deshalb sind einige nicht erpicht darauf, aber für die Effizienz der Verwaltung ist es ein enorm wichtiger Prozess.

Digitale Infrastrukturen voranbringen

Voraussetzung für all dies ist die Infrastruktur. Hier wurde schon Erhebliches erreicht. Bis 2018 wird jeder einzelne Haushalt mit 50MBit Leitungen versorgt sein. Es wurden und werden erhebliche Investitionen in diesem Bereich getätigt. Jetzt müssten wir uns auf das Gigabit Zeitalter vorbereiten, also auf die Echtzeitübertragung von Daten, sei es für die Medizin oder aber auch für die Industrie 4.0. Dafür sind der digitale Binnenmarkt in Europa sowie der 5G Markt entscheidend. Die Frequenzen dafür sind freigeräumt, damit echter Fortschritt entstehen kann müssten allerdings alle Mitgliedsstaaten an einem Strang ziehen.

"Datensouveränität" als ultimatives Ziel

Desweiteren wird daran gearbeitet, die rechtliche Grundlage für das Thema Datenschutz zu aktualisieren. Dies wird in Zukunft unter dem Schlagwort "Datensouveränität" zusammengefasst. Das Prinzip der Datensparsamkeit kann nicht die generelle Leitlinie für die Entwicklung neuer Produkte sein.

IT made in Germany soll als neue Leitlinie dieser Politik dienen. Hierin lag bisher stets die Stärke der sozialen Marktwirtschaft. Es wird in Zukunft darum gehen Leitplanken zu errichtem um Exzesse zu verhindern aber dabei die Freiheit zu erhalten, neue Entwicklungen durchzuführen und umsetzen zu können. 

11. Nationaler IT-Gipfel 2017 in Ludwigshafen

Merkel kündigt den 11. Nationalen IT-Gipfel 2017 in Ludwigshafen an. Dieser wird als Schwerpunktthema sehr wahrscheinlich unter dem Motto "e-Health" laufen. Sie bedankt sich bei allen, die den Gipfel im Saarland vorbereitet und zu einem Erfolg gemacht haben, besonders auch bei allen Mitarbeitern des Bundesministeriums. 

Es wird ein Film zum Minicomputer Calliope gezeigt, der ab Februar 2017 in allen 3. Klassen der saarländischen Grundschulen eingeführt wird. 

Live-Schaltung zur Smartschool Bellevue

Angela Merkel wendet sich direkt an die Schülerinnen und Schüler und möchte wissen, was diese in einer regulären Unterrichtsstunde zur Zeit machen würden und was sich in der Smart School grundsätzlich ändere. Eine Schülerin der Smartschool Klasse erklärt, dass sie nun eigentlich in Gruppen arbeiten würden und dass es in der Smartschool, wie in jeder traditionellen Schule auch, alle Unterrichtsfächer gebe. Diese werden allerdings nicht mithilfe herkömmlicher Schulbücher unterrichtet, sondern mit Tablets, innerhalb einer virtuellen Lernwelt, was den Schülerinnen und Schülern deutlich mehr Spaß mache. 

Individuelles Lernen mit Tablet&Lernwelt

Die Kinder erklären der Kanzlerin, dass in der Ganztagsschule jeder Schüler seinen eigenen Lernplan hat, den er am Tablet mithilfe des Lerntagebuchs bearbeitet. Hierfür gibt es bereits Unterrichtsmaterialien, die über die Lernwelt abgerufen werden können. Jeder Schüler verfügt über sein eigenes Tablet, welches von der Schule bereitgestellt wird. Mit nach Hause genommen werden dürfen die Tablets allerdings nicht. Im anschließenden Gespräch mit der Lehrkraft fragt Merkel nach Verbesserungsvorschlägen aus Lehrerperspektive. Diese wünschen sich den digitalen Unterricht für alle Fächer: Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Kunst, Musik, Sport. Trotz aller Technik gibt es noch den herkömmlichen Klassenraum und ganz traditionell wird noch Tafeldienst eingeteilt. 

Auch Frau Merkel ist im Alltag digital unterwegs

Abschließend dürfen die Schüler die Kanzlerin auch noch nach ihren persönlichen digitalen Gewohnheiten befragen und interessieren sich dafür, ob das Staatsoberhaupt denn auch ein Smartphone oder Tablet benutze. Frau Merkel benutzt beides in ihrem Alltag und beendet die Keynote mit dem Ratschlag immer neugierig zu bleiben und neues Lernen zu wollen. 

Es hat sich schon dramatisch etwas verändert. Wir wollen versuchen, mit in die Welt hinein wachsen, um auch die richtigen politischen Antworten zu stellen. Ein Leben ohne Smartphone kann ich mir nicht mehr vorstellen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Rede der Bundeskanzlerin
https://www.youtube.com/watch?v=yGS8XoAeYbY