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Podiums­diskussion

Digitalisierung der Wirtschaft voranbringen - Gigabit Gesellschaft verwirklichen

Im Forum I diskutierten Mitglieder der Plattform "Digitale Netze und Mobilität, Innovative Digitalisierung der Wirtschaft und Industrie 4.0" über den Fortschritt der Digitalisierung in der Wirtschaft. Teilnehmer waren: Podiumsdiskussion: Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundeministerin für Bildung und Forschung, Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG, Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Mitglied des Vorstands Siemens AG, Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender IG Metall, Susanne Klatten, Aufsichtsratsvorsitzende der UnternehmerTUM GmbH, Raffaela Rein, Gründerin und Geschäftsführerin CareerFoundry unter Moderation von Thomas Sauermann.

402 Views 17.11.2016

Timotheus Höttges fordert die Gigabitgesellschaft

Höttges betont das Innovationspotential von 5G, eine Technologie, bei der es sich nicht um schnelleres 4G handelt, sondern um eine ganz andere, neue Technik. 5G ist laut Höttges die Technik für Industrie 4.0. 

Gabriel lobt Entwicklungen auf dem Gebiet Industrie 4.0 

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel betont die Bedeutung der Plattform Industrie 4.0 sowie die damit verbundene Netzwerkidee als Basis für die positiven Entwicklungen in Deutschland auf diesem Gebiet. Auch die Mittelstandskompetenzzentren und die dort angesiedelten Hubs für Start-Ups seien ein gutes Beispiel, wie Deutschland es schafft, im Bereich Industrie 4.0 führend zu sein. Er fordert allerdings auch Standards auf EU-Ebene für Deutschland und betont seine Unterstützung für alle Maßnahmen, die dazu beitragen Europäische Rahmenbedingungen zu bekommen.

Jörg Hofmann: Arbeitsort muss auch zum Lernort werden

Hofmann führt in diesem Zusammenhang das Beispiel "Appsist" an, ein Forschungsprojekt innerhalb dessen neue Prozesse an der Maschine erlernt werden. Zudem kritisiert er mangelnde Umsetzung von Geplantem und fordert speziell beim Thema digitale Bildung endlich Umsetzung, vor allem auch in den Betrieben. Sigmar Gabriel gibt das Wort an Prof. Wanka. 

Johanna Wanka zur "Zukunft der Arbeit"

Wanka weist auf düstere Prognosen hin, dass durch die Digitalisierung die Hälfte der Arbeitsplätze wegfallen werde. Für Deutschland seien die Perspektiven andere: Es verändern sich die Tätigkeitsprofile, aber nicht die Zahl der Arbeitsplätze. Es sei deshalb wichtig, dass wir vorausdenken und Forschung und Entwicklung durchführen. Wir haben auf der einen Seite ein Programm "Zukunft der Arbeit". Wir haben aber kein Programm, wie sich die Arbeitsplätze verändern, wie Pilotanwendungen aussehen. Beispiel: Wie wird Gesundheitsprävention in Zukunft aussehen? Welche Auswirkungen ergeben sich hieraus?

Raffaela Rein: Digitalisierung heißt immer auch Umdenken

Rein, Gründerin und Geschäftsführerin von CareerFoundry, hat mit ihrem eigenen Unternehmen Ausbildungsprogramme aufgebaut und inzwischen über 4500 Personen ausgebildet. Dazu hat sie sich mit ihrem Unternehmen angeschaut, welche Kompetenzen Unternehmen benötigen und realisiert passende Qualifizierungsangebote hierzu. Inzwischen kommen auch Unternehmen auf sie zu, um ihre Mitarbeiter qualifizieren zu lassen. Für sie ist Digitalisierung mehr Umzudenken. Google hat nicht die erste Suchmaschine gemacht, Facebook nicht das erste soziale Netzwerk, Tesla nicht das erste Auto. Aber sie haben die User Experience verändert. Sie haben den Nutzer verstanden. In Deutschland ist deshalb die Frage: Wie schaffen wir es, dass die Menschen umdenken, dass sie den digitalen Nutzer verstehen lernen.

© BMWi | Weiß

Sigmar Gabriel fordert den Aus- und Aufbau von Start-Ups

Gabriel ergänzt hierzu, dass Hubs ausgebaut werden müssten, um Mittelständlern die Möglichkeit zu geben, Dinge auszuprobieren. Aber auch um mit Start-Ups zusammen zu arbeiten. Er rät den etablierten Unternehmen zur Zusammenarbeit mit Start-Ups und dazu diese vielleicht sogar als ausgelagerte Forschungs- und Entwicklungseinheit anzusehen. Der Vorteil für die etablierten Unternehmen läge in der höheren Beurteilungskompetenz von Start-Ups gegenüber der etablierter Unternehmen. An Rein gerichtet ergänzt er, dass es doch in der Berufsausbildung auch um Transferkompetenz, un nicht nur um curriculare Qualifizierung gehe. Es dürfe nicht nur um die Adaption des Neuen gehen, es müsse doch vielmehr darum gehen, das Lernen zu lernen. Man brauche daher sowohl schnelle Hinführung für Umwandlungsprozesse durch adaptive Curricula als auch grundlegende Transferkompetenz, damit man auch für verschiedene Arbeitgeber und Aufgaben ausgebildet ist.

Dobrindt fordert digitales Selbstbewusstsein

Alexander Dobrindt steigt mit der Forderung nach digitalem Selbstbewusstsein in die Diskussion ein. Er wünscht sich, dass die Menschen hier bleiben: hier im Saarland, hier in Berlin, hier in Deutschland. Das bedeute zunächst, dass wir uns zutrauen, den Wettbewerb mit den Großen aufzunehmen. Wir müssen den Wettbewerb aufnehmen. Da geht es um Geschwindigkeit, um die jungen Menschen. Es gibt auch eine Attraktivität in Berlin, in München und in Saarbrücken. Die Menschen und Unternehmen müssen das Ecosystem finden, in dem sie neue Produkte entwickeln können. Stichworte sind in diesem Zusammenhang beispielse die Initiative mCloud, bei der man auf offene Daten zugreifen kann oder der mFund, in dem Millionen investiert werden, so dass die Early Stage Phasen auch in Deutschland finanziert werden können.

Forum I
https://www.youtube.com/watch?v=eJddtgE4kOc