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Handlungs­feld 2

Digitale Wirtschaft und Digitales Arbeiten

Das Handlungsfeld "Digitale Wirtschaft und Digitales Arbeiten" beschäftigt sich mit Themen wie der innovativen Digitalisierung der Wirtschaft, Industrie 4.0 und digitalen Arbeitswelten. Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft sollen erkannt, die Strategie Intelligente Vernetzung vorangetrieben, Handlungsbedarf im Dienstleistungsbereich aufgezeigt und der Mittelstand gestärkt werden. Für junge IT-Unternehmen und Startups stehen spezielle Fördermaßnahmen zur Verfügung und das Startup-Ökosystem in Deutschland und Europa soll verbessert werden.

539 Views 02.06.2016

Das Handlungsfeld "Digitale Wirtschaft und Digitales Arbeiten" befasst sich mit den Bedutungen und Auswirkungen der Digitalisierung für Wirtschaft und Arbeiten.

Digitale Wirtschaft

Die Digitale Wirtschaft (IKT-Branche und Internetwirtschaft) ist nicht nur ein bedeutender Wirtschaftssektor und wichtiger Technologiebereich, sondern auch Motor der Digitalisierung von Unternehmen, Arbeitswelt und Gesellschaft. So schafft sie nicht nur Wachstum und Beschäftigung, sondern ist auch entscheidend für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft. Allein die Informations- und Kommunikationstechnologiebranche beschäftigt mehr als eine Million Menschen - inklusive Selbstständigen - in über 92.000 Unternehmen. Folgende Kennzahlen belegen die Bedeutung der Digitalen Wirtschaft für Deutschland:

  • Die IKT-Branche erwirtschaftete in 2014 weltweit 221 Milliarden Euro Umsatz.

  • Die IKT-Branche steuert einen Anteil von 4,6 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Deutschland bei.

  • Die Branche liegt mit 15,8 Milliarden Euro an der Spitze bei den Investitionen.

  • Die Zahl der IKT-Unternehmensgründungen blieb annähernd konstant (2011 bis 2014), etwa 6.700 neue Unternehmen wurden gegründet. Die Gründungsrate liegt bei 6,9 Prozent.

  • Die Internetwirtschaft erzielt einen Umsatz von knapp über 100 Milliarden Euro - der Anteil am BIP ist steigend und liegt bei 3,5 Prozent.

  • Im Jahr 2014 wurden in Deutschland pro Einwohner 1.266 Euro mit internetbasierten Gütern und Dienstleistungen umgesetzt.

Der "Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2015" belegt den hohen Stellenwert der Digitalen Wirtschaft und liefert eine Standortbestimmung. Im internationalen Vergleich der 10 wichtigsten IT-Nationen belegt der Standort Deutschland Rang sechs. Entwicklungspotenziale liegen in der Internationalisierung und der Exportorientierung der deutschen IKT-Unternehmen.

Zukunftsperspektiven

Im Jahreswirtschaftsbericht "Zukunftsfähigkeit sichern - Die Chancen des digitalen Wandels nutzen" für das Jahr 2016 gibt die Bundesregierung über die wirtschaftliche Lage der Bundesrepublik Auskunft. Sie stellt außerdem ihre wirtschafts- und finanzpolitischen Ziele sowie die Maßnahmen, mit denen diese erreicht werden sollen, dar. Der Bericht prognostiziert für das laufende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,7 Prozent. Die binnenwirtschaftliche Dynamik wird vor allem durch die Konsumausgaben und Investitionen im Wohnungsbau getragen. Die hohe Zuwanderung von Flüchtlingen wirkt sich zunächst nur wenig auf den Arbeitsmarkt aus. Die bevorstehende Integration möglichst vieler Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt, die weitere Stabilisierung des Euroraums und der demografische Wandel stellen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gleichwohl vor große Herausforderungen. Die Bundesregierung setzt daher ihre auf Investitionen und nachhaltiges Wachstum ausgerichtete Wirtschaftspolitik fort. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Digitalisierung zu, die Wirtschaft und Gesellschaft zunehmend beeinflusst.

https://www.youtube.com/watch?v=jZnYUkMkBTA

Vor diesem HIntergrund gliedert sich das Handlungsfeld "Digitale Wirtschaft und Digitales Arbeiten" in drei Plattformen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten befassen.

Plattform Innovative Digitalisierung der Wirtschaft

Die Plattforme "Innovative Digitalisierung der Wirtschaft" steht unter der Leitung des Bundesministers für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, sowie Thorsten Dirks, Präsident des Bitkom e. V. und Vorstandsvorsitzender der Telefónica Deutschland Holding AG.

Diese Plattform umfasst 4 Fokusgruppen:

Fokusgruppe 1: Digitale Souveränität in einer vernetzten Wirtschaft

  • Monitoring digitaler Wirtschaft, Geschäftsmodelle, Potentialanalysen, Internationalisierung, disruptive Innovationen

  • Innovationsförderliche Standortpolitik für digitale Souveränität und Wirtschaftsthemen außer Industrie 4.0

Fokusgruppe 2: Intelligente Vernetzung

  • Beschleunigung der Marktentwicklung zur digitalen Vernetzung Deutschlands in den Basissektoren Energie, Gesundheit, Verkehr, Bildung und Verwaltung sowie “Smart Cities/Smart Regions” zur Umsetzung der Strategie “Intelligente Vernetzung”

  • Enabler- und Plattformtechnologien der intelligenten Vernetzung im Bereich M2M/Internet der Dinge, Smart Data und Wearables

  • Übergreifende Rechts- und Regulationsfragen der intelligenten Vernetzung sowie Data Governance und Geschäftsmodelle zur Umsetzung der intelligenten Vernetzung in Deutschland

Fokusgruppe 3: “Young IT/Mittelstand”

  • Matching Young IT - etablierte Industrie, Wachstumsstrategien für Start-Ups und IT-Mittelstand

  • Nutzung von digitalen Technologien im Mittelstand über alle Geschäftsprozesse; Nutzerfreundlichkeit als Querschnittsthema für alle Anwendungsbereiche

  • Best Practices für mittelstandsrelevante IT-Themen, wie elektronische Rechnung, Cloud Computing, Sicherheit

Fokusgruppe 4: Digitalisierung von Dienstleistungen

  • Digitale Wertschöpfung im Dienstleistungsbereich und Smart Services

  • Digitale Wertschöpfung in ausgewählten Branchen, wie z.B. Handel, Medien, Kultur- und Kreativwirtschaft

Die Plattform sieht es als ihre Aufgabe innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft zu erkennen, die Strategie der Intelligenten Vernetzung voranzutreiben, Handlungsbedarf im Dienstleistungsbereich aufzuzeigen, den Mittelstand als IKT-Anbieter und -Nachfrager beim Übergang in die digitale Wirtschaft zu stärken und die junge digitale Wirtschaft zu unterstützen. Weiterhin klärt die Plattform strategisch übergreifende Fragen zum gesamten Gipfelprozess und stellt den Beitrag der Projekte des IT-Gipfels zur Umsetzung der Digitalen Agenda der Bundesregierung sicher.

Plattform Industrie 4.0

Die Plattform "Industrie 4.0" steht ebenfalls unter der Leitung von Bundesminister Sigmar Gabriel und Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka sowie weiteren Vertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaft und Wissenschaft. Diese Plattform ist in einen Strategiekreis, sowie einen technisch-praktischen Lenkungskreis mit den 5 Arbeitsgruppen

  • Referenzarchitektur

  • Standardisierung und Normung

  • Forschung und Innovation

  • Sicherheit vernetzter Systeme

  • Rechtliche Rahmenbedingungen

  • sowie Arbeits, Aus- und Weiterbildung 

organisiert. 
Desweiteren sind Industriekonsortien und Initiativen zur Realisierung von Anwendungsfällen im Markt sowie zur internationalen Standardisierung an die Plattform angegliedert. 
Industrie 4.0 mein die Verbindung von Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik, wodurch intelligente Wertschöpfungsketten geschaffen werden. Hierdurch werden bestehende Geschäftsmodelle verändert, etablierte Marktstrukturen verschoben und Anteile am Weltmarkt neu verteilt, was für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Deutschland enorme Potenziale bietet. Allerdings zögern viele mittelständische und kleine Unternehmen mit der Umstellung auf digitalisierte Produktion, da der wirtschaftliche Nutzen zum Teil unklar ist, was zusammen mit hohen Investitionskosten das zentrale Hindernis für eine großflächige Einführung der Industrie 4.0 darstellt. Daher gilt es, die Hemmnisse der Unternehmen bei der Umsetzung digitaler Lösungen in der Praxis zu identifizieren und abzubauen sowie den konkreten Mehrwert von Industrie 4.0 für alle Beteiligten deutlich herauszustellen.

Plattform Digitale Arbeitswelt

Die Plattform "Digitale Arbeitswelt" steht unter der Leitung von Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, und Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall.

Das Konzept der digitalen Arbeitswelt bringt neue Aufgaben, Chancen und Herausforderungen, beispielsweise im Bereich der Arbeitsorganisation in Betrieben oder der Vermittlung von Fähigkeit und Wissen, mit sich. Die Plattform möchte im Bezug dazu Handlungsbedarf analysieren und schließlich Handlungsoptionen entwickeln. Weiterhin spielen die Diskussion betrieblicher Gestaltungsbeispiele sowie die Identifikation und Bekanntmachung guter Beispiele eine wesentliche Rolle.

Die Plattform gliedert sich in drei Fokusgruppen, die zeitlich verstetzt arbeiten:

Fokusgruppe 1: Ort- und Zeitflexibles Arbeiten

  • Flexibilität in der digitalen Arbeitswelt, z.B. zur Verstärkung der Vereinbarkeit von Leben und Arbeit

Fokusgruppe 2: Beschäftigung und Weiterbildung

  • Makroökonomische Beschäftigungsperspektiven

  • Wandel von Branchen und Berufen

  • Berufliche Weiterbildung

Fokusgruppe 3: Schutzstandards in der digitalen Arbeitswelt

  • Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes und des Beschäftigungsdatenschutzes/der -Datensicherheit

Vorsitz
Bitkom | Bitkom

Thorsten Dirks ist seit Oktober 2014 Chief Executive Officer (CEO) der Telefónica Deutschland Holding AG. Zuvor war Dirks sieben Jahre Vorsitzender der Geschäftsführung der E-Plus Gruppe und verantwortete seit 2011 zusätzlich als Vorstandsmitglied das internationale Mobilfunkgeschäft des niederländischen Telekommunikationskonzerns KPN.

Dominik Butzmann | https://sigmar-gabriel.de

Sigmar Gabriel ist SPD-Bundestagsabgeordneter und Parteivorsitzender und seit dem Dezember 2013 Stellvertreter der Bundeskanzlerin sowie Bundesminister für Wirtschaft und Energie. 

IG Metall | IG Metall

Jörg Hofmann ist seit 2015 erster Vorsitzender der Industriegewerkschaft IG Metall. Zuvor war er 2. Vorsitzender und davor Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg 

Andrea Nahles war von 2009 bis 2013 Generalsekretärin der SPD und ist seit Dezember 2013 Bundesministerin für Arbeit und Soziales.

Johanna Wanka ist Mathematikerin und Professorin sowie Politikerin der CDU. Sie ist seit Februar 2013 Bundesministerin für Bildung und Forschung.