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Eröffnung

Bundesminister Sigmar Gabriel zur "Neuvermessung der Welt"

Zur Eröffnung des 10. Nationalen IT-Gipfels spricht Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel von einem mit dem Wandel der Gesellschaft einhergehenden Wandel des IT-Gipfels. Er schlägt vor, dass man den nächsten IT-Gipfel zum "Digitalisierungs-Gipfel" machen sollte, bei dem alle gesellschaftlichen Bereiche thematisiert werden, die von der Digitalisierung drastisch verändert werden.

343 Views 17.11.2016

In diesem Zusammenhang betont Gabriel auch, dass nicht Technik über unser Leben entscheidet, sondern unser politisches Wollen und Handeln. Seiner Meinung nach müsste es den IT-Gipfel mit dem Fokusthema "Bildung" schon seit mehreren Jahren geben, da "unser Kapital schon immer in den Köpfen" liege. Daher ist es sinnvoll und wichtig, dass Bundesbildungs- und -forschungsministerin Johanna Wanka auf dem vorherigen IT-Gipfel den Vorschlag machte, dieses Thema in diesem Jahr zum Schwerpunkt zu machen. Denn am Ende ist es die Fähigkeit unserer Menschen, mit der Technik umzugehen und sie weiterzuentwickeln, die Wirtschaftswachstum und Wohlstand für die Gesellschaft mit sich bringen. Die Grundlage hierfür kann nur durch gute Bildung, durch gute Aus-, Weiter- und Fortbildung geschaffen werden. Der Bildung muss somit ein enormer Stellenwert zukommen. Hierdurch kann der Grundidee von Kant nachgekommen werden, den Mensch aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien. Durch Bildung sind wir in der Lage, unser Leben selbst zu bestimmen und nicht Opfer einer gesellschaftlich, technologischen Entwicklung zu werden, sondern diese aktiv mitzugestalten. Unsere Welt wird aktuell neu vermessen - ökonomisch sowie technologisch. Jetzt ist es an uns diese Neuvermessung der Welt mitzugestalten. Dies heißt in erster Linie die Neuvermessung zu verstehen; sich in dieser veränderten Welt zu orientieren und zu koordinieren. Bei der Digitalisierung geht es darum, die Chancen dieser veränderten Welt zu erkennen und zu nutzen. Digitale Bildung ist viel mehr als der Einsatz von Technik im Unterricht. Neben Milliardeninvestitionen für digitale Infrastrukturen muss das gleiche Geld auch in Lehrerfortbildung investiert werden, da wir sowohl eine exzellente Infrastruktur benötigen als auch exzellente Ausstattung sowie exzellent aus- und weitergebildetes Lehrpersonal. 

Als Ziele für die nächsten Jahre formuliert Gabriel die Erschließung der digitalen Büchermärkte sowie die Aktivität von Start-Ups, die die Lehrmittel an den Schulen verändern. Dies stellt eine große Herausforderung für die Verlage dar, ist aber immens wichtig für die digitale Bildung und unsere Gesellschaft. Gabriel will zudem Matching-Funds entwickeln, also Stiftungen für die digitale Bildung gründen, die die Qualität der Bildung fördern und jedem den Zugang zur besten Bildung ermöglichen. Er würde sich dies als Signal vom "1. digitalen Bildungsgipfel" wünschen. 

Die häufig geäußerten Bedenken diverser Bildungsforscher, dass minderwertige digitale Bildung hochwertige analoge Bildung ersetzen wolle, entkräftet Gabriel durch die Erklärung, dass die analoge Welt keineswegs durch die digitale bedroht sei, sondern dass diese stets nur eine Erweiterung darstelle. Digital und analog müssen ineinander greifen und sich gegenseitig in der bestmöglichen Kombination ergänzen. Zudem fordert er einen anderen Umgang mit dem Datenbegriff. Der Umgang mit Daten müsse demnach nicht minimiert werden, vielmehr muss ein souveräner Umgang mit diesen entwickelt werden. Gabriel nennt dies schlagwortartig "Datensouveränität". 

In diesem Zusammenhang ist Deutschland gut beraten, seinen eigenen Weg zur digitalen Souveränität zu gehen. Das Deutsche Valley in Saarbrücken im Bereich Künstlicher Intelligenz ist ein Zeichen hierfür. Denn dieses deutsche Valley in Saarbrücken ist so stark, dass sogar der Google Chef Sundar Pitchay sich auf den Weg nach Saarbrücken begeben hat. 

Die Eröffnungsrede
https://www.youtube.com/watch?v=WSMvpkOVjvU