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Digital­isierung und Hand­werk

Veranstaltung in der Handwerkskammer des Saarlandes

In der gemeinsamen Veranstaltung „Digitalisierung und Handwerk“ am 13. Juni 2016 von Staatskanzlei, Wirtschaftsministerium und der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) diskutierten Handwerksunternehmen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft die Chancen des digitalen Wandels.

525 Views 22.07.2016

HWK-Präsident Bernd Wegner sah das Handwerk zusehends digital aufgestellt. „Handwerksbetriebe nutzen Möglichkeiten des Internets wie Cloud-Computing, um mit Kunden und Geschäftspartnern schnell und unkompliziert zu kommunizieren, zu informieren, eigene Daten zu verwalten oder um Prozesse zu verbessern. Die Begriffe ‚Digitalisierung‘ und ‚Handwerk‘ gehören zusammen“, so Wegner.

Ein gutes Beispiel dafür, dass die Digitalisierung im Handwerk angekommen ist, ist die Schreinerei Raphael Haas aus Elm. Das Unternehmen arbeitet bereits seit langem mit digitalen Prozessen. Um seinen hohen Digitalisierungsstandard in Produktion und Marketing wettbewerbsfähig zu halten, ist Inhaber Raphael Haas auf eine schnelle Breitbandversorgung angewiesen. „Wir nutzen das Internet als zentrales Marketinginstrument und akquirieren darüber unsere Kunden bundesweit.“ Die datenintensiven Pläne werden mit Computer Added Design (CAD) entwickelt und mit CNC-Maschinen umgesetzt.

Handwerksbetriebe nutzen Möglichkeiten des Internets wie Cloud-Computing, um mit Kunden und Geschäftspartnern schnell und unkompliziert zu kommunizieren, zu informieren, eigene Daten zu verwalten oder um Prozesse zu verbessern. Die Begriffe ‚Digitalisierung‘ und ‚Handwerk‘ gehören zusammen.

Präsident der Handwerkskammer Bernd Wegner MdL

Es gibt aber auch die Unternehmen, die die Digitalisierungspotenziale noch nicht ausgeschöpft haben. „Mit der heutigen Veranstaltung wollen wir deshalb gemeinsam mit der Staatskanzlei und dem Wirtschaftsministerium einen Beitrag dazu leisten, um das Bewusstsein unserer Mitgliedsbetriebe für die Chancen der Digitalisierung weiter zu schärfen“, sagte HWK-Präsident Wegner.

Politik setzt Rahmenbedingungen

Im Hinblick auf seine digitale Entwicklung sieht Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer das Saarland gut aufgestellt: „Im Saarland verfügen wir über hervorragende Rahmenbedingungen dafür, dass sich die kleinen und mittleren Betriebe dieser Herausforderung stellen können. Als Landesregierung stellen wir nicht nur zielgerichtete Programme bereit, um das Forschungsknowhow unmittelbar aus den Laboren in die Unternehmen zu tragen. Vielmehr ist das Saarland auch exzellent, wenn es um IT-Sicherheit geht, und überdurchschnittlich bei der Versorgung mit einer leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur - beste Voraussetzungen also, um die Digitalisierung des Saarhandwerks bedarfsgerecht und zukunftsweisend voranzutreiben“, unterstrich Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer.

Für Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger stellt der digitale Wandel das Handwerk im Hinblick auf die Aus- und Weiterbildung vor besondere Herausforderungen. „Damit das Handwerk im Saarland weiter wettbewerbsfähig bleibt und die Herausforderungen des digitalen Wandels meistern kann, müssen wir die Betriebe bei diesem Prozess unterstützen. Davon profitieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Handwerksbetrieben ebenso wie der Wirtschaftsstandort Saarland“, betonte Ministerin Rehlinger.

Im Saarland verfügen wir über hervorragende Rahmenbedingungen dafür, dass sich die kleinen und mittleren Betriebe dieser Herausforderung stellen können.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer

Strukturwandel managen

Fest steht, dass die Digitalisierung im Handwerk einen tiefgreifenden Strukturwandel hervorruft. Darin stimmten auch Professor Dr. Klemens Skibicki, Mitglied des Beirates „Junge digitale Wirtschaft“ beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, und DGB-Bundesvorstand Helmut Dittke überein. Nur wem es gelingt, den digitalen Strukturwandel zu managen, wird laut Professor Skibicki zukünftig erfolgreich im Markt agieren können.

Für Helmut Dittke verfügt das Handwerk mit seinem dualen Ausbildungssystem, seiner qualifizierten Arbeit und einer funktionierenden Sozialpartnerschaft über das Potenzial die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. „Handwerk 4.0 braucht klare Regeln - betrieblich, tariflich und nicht zuletzt gesetzlich. Neue Leistungs- und Qualifikationsanforderungen müssen in der Aus- und Weiterbildung künftig noch stärker als bisher Berücksichtigung finden. Handwerk 4.0 muss den Beschäftigten faire Flexibilität bringen, die nicht auf Kosten der Freizeit und Gesundheit geht“, unterstrich Dittke.

Als besonderen Service boten Staatskanzlei, Wirtschaftsministerium und die Handwerkskammer des Saarlandes unter www.live-dabei.saarland.de einen Livestream an. Alle Vorträge und die anschließende Podiumsdiskussion konnten ab 19 Uhr online mitverfolgt werden.

Rückblick zur Veranstaltung „Handwerk und Digitalisierung“ am 13. Juni 2016 in der Handwerkskammer des Saarlandes.
https://youtu.be/yq02COqaPNc

Noch viel zu tun

Es sei schon viel getan, aber es bleibe immer noch viel zu tun, unterstrich HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Klein-Zirbes. Die Handwerkskammer werde sich weiter intensiv mit dem Thema beschäftigen und die passenden Weiterbildungs- und Beratungsangebote für ihre Mitgliedsbetriebe entwickeln. Dies geschehe bereits, wie die heutige Veranstaltung zeige. In Sachen Fachkräftesicherung und Nachwuchswerbung wird die Handwerkskammer zukünftig verstärkt digitale Kanäle bedienen, um noch zielgruppenschärfer zu agieren.

Quelle: Handwerkskammer des Saarlandes (http://www.hwk-saarland.de/2016/06/13/VA-Digitalisierung/1044,780.html, 22.07.2016)