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Gesamt­schule Belle­vue

Die Eröffnung der Smart School

Anlässlich des Nationalen IT-Gipfels hat der Digitalverband Bitkom am 16. November zusammen mit der saarländischen Landesregierung und dem Bundesbildungsministerium den Umbau der Gesamtschule Bellevue zur „Smart School“ vorgestellt. Ziel der Initiative sind Infrastruktur, Pädagogik und Fortbildung gleichermaßen. Die Bellevue wird dafür modellhaft mit digitalen Geräten für den Unterricht von morgen ausgestattet.

775 Views 16.11.2016

Die Initiative "Smart School" wird von zahlreichen IT-Unternehmen wie Telekom, Samsung, Fujitsu, SAP und Bettermarks unterstützt. Ziel ist es, die Modellschule Bellevue in Saarbrücken zu einer umfassend digitalisierten Einrichtung auszubauen. Schule soll als ein Ökosystem verstanden werden, in dem Digitalisierung stattfindet und Lernende auf die digitale Gesellschaft vorbereitet werden.

Die Gesamtschule Bellvue

Die Gesamtschule ist wie auch die Erweiterte Realschule eine Pflichtschule. Sie wurde vor mehr als 20 Jahren als Alternative zum dreigliedrigen Schulsystem (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) auch im Saarland eingeführt. In der Gesamtschule werden die  Bildungsgänge des gegliederten Schulsystems in einer einzigen Schulform zusammengefasst und mit einer eigenständigen Pädagogik umgesetzt. Das Besondere der Gesamtschulpädagogik besteht darin, dass die Schullaufbahnen möglichst lange  - bis zur Klasse 9 -   offen gehalten werden. Gesamtschulen nehmen den gesellschaftlichen Auftrag der Chancengleichheit in der Bildung aktiv an, denn sie stellen verschiedene Wege und Lernangebote bereit, um die individuellen Bildungsziele zu erreichen.

Mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 wurde die Bellvue in Saarbrücken zur Gemeinschaftsschule. Diese Schulform ersetzt die Gesamtschulen und die Erweiterten Realschulen im Saarland. Für die Schule bedeutet das, dass der 5. Jahrgang ein Gemeinschaftsschuljahrgang ist, alle anderen Jahrgänge sind weiterhin Gesamtschuljahrgänge. Das Konzept der Gemeinschaftsschule ist sehr stark angelehnt an das Konzept der Gesamtschule. Neu sind die Fächer "Lernen Lernen" sowie der Sprachkurs in Klasse 5 für die 2. Fremdsprache.

Die Smart School

Das Konzept der Smart School besteht aus drei Säulen:

  1. Infrastruktur: Die Schule soll mit einer entsprechenden Infrastruktur ausgestattet werden, die digitales Lernen optimal unterstützt: Breitband-Zugang, WLAN im gesamten Schulgebäude, Cloudservices, Interaktive Whiteboards, mobile Endgeräte, Makerspace, etc. Dabei sollen auch neueste Technologien wie Virtual Reality oder 3D-Druck erleb- und nutzbar gemacht werden.

  2. Pädagogisches Konzept/Inhalte: Gleichzeitig wird vom saarländischen Bildungsministerium zusammen mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien ein didaktisches Konzept entwickelt, um die Technologie bestmöglich in den Lehrplan zu integrieren. Dazu gehören zum Beispiel ein schulindividuelles Medienkonzept und neue Formate für den Unterricht.

  3. Lehrerfortbildung: Entsprechend der neuen pädagogischen Konzepte sollen Lehrer weitergebildet und unterstützt werden.

Im Zuge der Eröffnungsveranstaltung heute wurde eine 4. Säule verkündet: Eine Bundesweite "Unterrichts-Cloud", in der zentral Unterrichtskonzepte und -materialien geteilt und diskutiert werden können. Die Unterrichts-Cloud baue dabei auf der Schul-Cloud auf, die zunächst die Basis bilden müsse. 

Eröffnungsveranstaltung

Die Gesamtschule Bellevue wurde am Nachmittag des 16. November 2016 gemeinsam mit Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, Bundesministerin Prof. Wanka, Minister Commerçon und Bitkom-Vizepräsident Achim Berg als Smart School eröffnet. 

Nach der Begrüßung folgten die Pressestatements durch den Bitkom, die Ministerpräsidentin und Bundesministerin sowie durch den Bildungsminister Commerçon. Alle hoben dabei den 5 Milliarden Euro Pakt der Bundesregierung hervor, der in den nächsten fünf Jahren die Grundlagen für eine gute IT-Infrastruktur in deutschen Schulen schaffe. "Fünf Milliarden Euro ist richtig viel Geld," betonte Bundesministerin Wanka. Gleichzeitig wurde die Wichtigkeit der Lehrerfortbildung betont: "Mit der Technik allein haben wir nur Ausstattungsfriedhöfe," so Wanka.

Um digitales Lernen im Schulalltag zu illustrieren, war ein interaktiver Rundgang mit drei Stationen geplant:

  1. Station 1: Ort- und zeitunabhängiges Lernen: Mit einer Präsentation des Konzepts des Lernens in geschlossenen „digitalen Lernkreisläufen“ wurde demonstriert, warum die Bellevue Gesamtschule ausgewählt wurde. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem pädagogische eingeführten Konzept.

  2. Station 2: Design Thinking: Mit der Präsentation der Ergebnisse eines Design Thinking Workshops  vom 14.11. wurde betont, dass das Smart School-Projekt keine reine Ausstattungsinitiative ist, sondern die pädagogische Dimension und die Gestaltung des Schulentwicklungsprozesses am Anfang steht.

  3. Station 3: Digitales Lernlabor: Mit der Präsentation eines Ausschnitts aus der Arbeit der 7.Klasse in Vorbereitung des Kanzlerinnen-Exponats wurde das neue Lernen gezeigt. Die Schüler nutzten eine moderne Lernplattform, kommunizierten via Skype mit Experten und simulierten an unterschiedlichen Stationen reale Problemstellungen. Dabei kamen verschieden Micro-Controller und Adruino-Baukästen zum Einsatz, darunter auch der neue Calliope mini zum Einstieg in das Programmieren.  

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Ausklang, der Gelegenheit zu individuellen Nachfragen der Pressevertreter an Politik, Bitkom, Schulleitung und Lehrkräfte geboten hat.

 

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Die Schule in Zahlen

An der Bellevue werden

715

Schülerinnnen und Schüler unterrichtet.

Diese verteilen sich auf 23 Klassen.